Zu den wesentlichen Stärken des Werkzeug- und Maschinenherstellers Schober gehört die Flexibilität, sich an die sich ständig ändernden Markterfordernisse anzupassen. Der evolutionäre Systemansatz der abas-Business-Software mit seinem hohen funktionalen Abdeckungsgrad im Standard leistet hierzu wertvolle Schützenhilfe. Das Customizing erfolgt auf Basis einer flexiblen Oberflächen-Programmierung, so dass der Anwender bei den Anpassungen selbst Hand anlegen kann.
Alles dreht sich um den Kunden, bei der Schober GmbH mit Hauptsitz im schwäbischen Eberdingen drehen sich auch die Werkzeuge. Und zwar sehr schnell. Schober entwickelt und fertigt rotative Präzisionswerkzeuge, Einbauaggregate und Spezialmaschinen für die papierverarbeitende Industrie. Die Werkzeuge verrichten ihren Dienst, im Endlospapierzuschnitt etwa Formulare oder Tickets, sie prägen, nuten und stanzen unterschiedlich dicke Papiersorten wie für Zigarettenschachteln, ja sie bringen sogar fälschungssichere Hologramme oder elektromagnetische Artikelsicherungen auf. Bei diesem Reichtum an Produkten verwundert es nicht, dass 135 Länder beliefert werden. In 30 Ländern ist das Unternehmen mit einer Direktvertretung vor Ort.
Seit dem Gründungsjahr 1949 ist das Familienunternehmen mittlerweile auf weltweit 230 Mitarbeiter angewachsen, 130 davon sind in Eberdingen tätig. Im Zeichen von Internationalität stehen auch die 20 Millionen Euro Erlöse (im Geschäftsjahr 2005), die zu rund siebzig Prozent im Ausland erwirtschaftet wurden. Im Gespräch erläutert Wolfgang Wick, Assistent der Geschäftsleitung, der Redaktion die IT-Strategie seines Hauses, abas-ERP der ABAS Software AG mit Sitz in Karlsruhe dient dabei als zentrales Informationsverwaltungs- und -steuerungsinstrument für den gesamten innerbetrieblichen Bereich.
„Über Schnittstellen zu den CAD-Systemen“, sagt der IT-Experte, „ist die bidirektionale Anbindung zwischen dem Business- und Engineering-Bereich gewährleistet. Die CAD-Daten werden von der Konstruktionsabteilung, die Zukaufteile vom Einkauf aus angelegt und verwaltet.“
In der Eberdinger Konstruktionsabteilung arbeiten vierzehn Mitarbeiter, zwei davon sind in der Ausbildung. Fünf Konstrukteure greifen zur Bearbeitung von Folgeaufträgen über ME10 auf 2D-Datenbestände zu.
Für 3D-CAD ist Unigraphics das System der Wahl. Die Umstellung von der Version 16 auf die Microsoft-XP-basierte Version NX 2 soll im kommenden Juni abgeschlossen sein. Die modular aufgebauten Produkte werden mit Unigraphics in Verbindung mit dem CAD-Zeichnungsverwaltungstool „BCT PDM“ der BCT Technology AG mit Sitz im badischen Willstätt kombiniert und mit kundenspezifischen Sonderkonstruktionen komplettiert. Bei Schober legt man großen Wert auf Klassifizierung und Standardisierung. In die Praxis Einzug gehalten hat deswegen ein umfassenden Konzept auf Basis des Tools „BCT aClass“ zur Klassifizierung und Standardisierung sowohl auf Einzelteil- als auch auf Baugruppen- und Modulebene. Es sind so Baukästen und Baureihen entstanden, die als Basis für die späteren Produkte dienen.
Die Prüfung und Freigabe erfolgt durch einen zweistufigen Workflow. Nach der PDM-Freigabe werden die erzeugten Produktdaten zyklisch oder nach Bedarf an abas-ERP zur Finalisierung der anschließenden Prozessschritte übertragen. „Nach der Übergabe an abas-ERP geht auch die Datenhoheit an das System über, weil wir mit diesem Tool alle nachgelagerten Prozesse, etwa die Disposition, steuern“, erläutert Wick. Erst zum Schluss werde das Produkt mit dem Auftrag verknüpft. Und dies aus guten Grund: „Wir können so ganz genau nachvollziehen, welcher Auftrag mit welchen Bedarf verbunden ist.“
Treten nach dem Einchecken der Daten in das ERP-System Änderungsprozesse auf, werden sie dort initiiert und an BCT PDM weitergeleitet. Zur Ausgabe der Fertigungsunterlagen und Dokumentationen wurde mit EasyPlot ein Plotmanagementsystem implementiert, mit dem die Dokumente sowohl für eilige Ersatzteilaufträge einfach zusammengestellt werden als auch die Strukturen kompletter Baugruppen oder ganzer Maschinen per Knopfdruck aufgelöst und an die gewünschten Ausgabegeräte übergeben werden können.
Schober will auf nichts verzichten, was die Karlsruher programmiert haben. Alle Features werden genutzt: Buchhaltung, Einkauf, Fertigung, Arbeitsvorbereitung, Vorkalkulation und die Verwaltung der Betriebsdaten. abas-Anwender führen zudem die Kapazitäts- und Einsatzplanung der einzelnen Werke durch. Wer wissen will, ob ein Bauteil zu einem externen Zulieferer zum Verchromen, Härten oder Verzinken gegeben wurde, loggt sich einfach in das ERP-System ein und startet eine entsprechende Anfrage.
Was den anderen Standorten noch vorenthalten ist, gilt für die Außendienstmitarbeiter bereits lange: Über eine VPN-Leitung haben sie vollen Zugriff auf das ERP-System schließlich muss der Kollege beim Kunden stets auf dem neuesten Stand sein, begründet der Manager. Wolfgang Wick weiß genau, wovon er spricht. Auf die gestellten Fragen antwortet er präzise, sein Ton wirkt sachlich. Sein Timbre bekommt eine andere Färbung als wir auf das Thema „FOP“ zu sprechen kommen, Begeisterung wird spürbar. FOP steht für „Flexible Oberflächenprogrammierung“, „das Highlight in abas-ERP“, wie der IT-Experte meint. „Prinzipiell gibt es mehrere Möglichkeiten, ein Unternehmen zu steuern. Entweder passt man die Abläufe im Unternehmen der Software an oder umgekehrt. Wir wählen den goldenen Mittelweg.“ Dies bedeutet dass bestimmte Voreinstellungen in der Software übernommen werden. Andererseits hat man keine Scheu, das ERP-System bei bestimmten Prozessen dem Unternehmen unterzuordnen. „Heute bin ich voller Freude, weil ich miterlebt habe, was dieses System gebracht hat.“ Zehn Jahre war er zuvor als EDV-Leiter tätig und konnte die Evolution miterleben, wie FOP zu einem sehr mächtigen Programmierwerkzeug heranwuchs. Inzwischen sind beim IT-Manager keine Wünsche mehr offen: „Heute bin ich so weit, dass ich alle Programm-Anpassungen selbst vornehme.“ Der Software-Kernel überprüft im Hintergrund die Anpassungen nach Plausbilitätskriterien.
Die Partnerschaft zwischen ABAS und Schober besteht nunmehr seit fünfzehn Jahren. Ungewöhnlich lang gewiss im Zeitalter von Internet und Globalisierung. Schober hat das ERP-System 1992 eingeführt. Es war zu einer Zeit, in der Hewlett-Packard der Hauslieferant für Hardware war. Der Mittelständler trat mit der Bitte an die Böblinger heran, bei der Suche nach einem adäquaten Software-Partner behilflich zu sein. HP empfahl sechs Softwareschmieden.
Bei Schober wurde ein Team aus neun Mitarbeitern zusammengestellt, die Geschäftsleitung und Wick inbegriffen. Der ehemalige EDV-Leiter erinnert sich an das Pflichtenheft: „Wir legten großen Wert auf die Upgrade-Fähigkeit, die Verfügbarkeit der Hotline und wie viele Installationen bereits im Markt produktiv sind.“ In der Vorauswahlphase waren dann nur noch zwei Anbieter im Rennen. Die finale Abstimmung brachte ein klares Ergebnis. 8:1 Stimmen für abas-ERP.
Einer wurde überstimmt: Wolfgang Wick. „Nicht, dass Sie mich falsch verstehen. Ich war nicht gegen ABAS, nur überzeugte mich das andere System mehr.“ Doch ist dies Schnee von gestern für ihn: „Froh bin ich über die damalige Entscheidung auch deshalb, weil von den fünf anderen Anbietern heute keiner mehr auf dem Markt ist.“
Der produktive Einstieg erfolgte 1993 mit 32 Arbeitsplätzen. Ein weiterer wichtiger Meilenstein wurde im Jahr 1998 gelegt, in dem man auf Red Hat Linux migrierte. Wick lapidar: „Linux ist für uns das Günstigste, was wir machen können.“ Heute besitzt Schober 40 Lizenzen, und insgesamt 85 abas-Clients sind im Einsatz. So hat jeder im Unternehmen die Möglichkeit, sich in abas-ERP einzuloggen. Vorausgesetzt, er vergisst nicht, sich nach dem Abschluss einer Session wieder auszuloggen. Inzwischen ist die Version 2005R4 im Einsatz, was freilich nicht ganz aktuell ist. „Wir vertreten die Auffassung, lieber eine etwas ältere Version zu betreiben, um mit Gewissheit eine lauffähige Version zu haben.“ Dass abas-ERP läuft und läuft und läuft, kann Wick nur bestätigen. Zum Beispiel in Hinsicht auf die vorzüglichen Update-Eigenschaften.
Über Nacht eingespielt, können die Mitarbeiter am nächsten Tag wie gewohnt weiterarbeiten. Mehr als dreißigmal hat der IT-Experte dies so erlebt. Reine Routine eben. Zug um Zug brachten die neuen Programm-Versionen mehr Transparenz in die Geschäftsprozesse und beschleunigten sie erheblich.
Schnellere Durchlaufzeiten sind mittlerweile zu einem wichtigen Wettbewerbsfaktor geworden. Früher waren Lieferzeiten bei einer großen Anlage von bis zu zwanzig Monaten keine Seltenheit. Heute will König Kunde eine vergleichbare Anlage nach spätestens zwölf Monaten sein eigen nennen. Mit abas-ERP ist dies zu machen.
„ABAS lebt mit uns Kunden. Wir haben sehr viel Einfluss auf die Weiterentwicklung des Systems“, sagt Wick. Dass sich der Anbieter viel Mühe mit dem Kundenmanagement gibt, weiß er zu schätzen. Beispielsweise lobt er die Möglichkeit zum moderierten Meinungsaustausch mit Vertretern von anderen Anwenderfirmen. Die Wahl von ABAS war also die richtige Entscheidung: „Da die ABAS Software AG zu 90 Prozent in privaten Händen ist, gehe ich davon aus, dass wir einen zuverlässigen Partner haben.“
Bei immer kürzeren Innovationszyklen in der Software-Entwicklung ist eine über einen Zeitraum von vier Jahren unverändert eingesetzte Unternehmenssoftware nicht mehr auf dem Stand der Technik. Die Karlsruher Softwareschmiede ABAS verfolgt daher eine Strategie der kontinuierlichen Weiterentwicklung ihrer Software. Alle zehn Wochen ist ein Zwischen-Update verfügbar. Pro Jahr werden rund dreißig Prozent des gesamten Software-Codes erneuert. Bei regelmäßig durchgeführten Updates erhält der Anwender ungefähr alle drei Jahre eine technologisch komplett neue Software.
Die fortschrittlichen Techniken unterstützen den kontinuierlichen Verbesserungsprozess im Unternehmen. Die Wettbewerbsfähigkeit bleibt erhalten und kann weiter ausgebaut werden. Auch beim Thema Update profitiert der Anwender von der Software-Architektur. So bleiben die unternehmensspezifischen Anpassungen bei einem Update erhalten. Zeitintensive Anpassungen oder Migration auf ein neues System, wie bei anderen ERP-Systemen üblich, gibt es bei der abas-Business-Software nicht.
Mit abas-ERP ist Schober seit 1993 produktiv, jetzt ist Release 2005 im Einsatz. Es werden alle Features eingesetzt, die das Allround-ERP-System bietet. Die Betreuung bei der Unternehmenssoftware erfolgt über die ABAS Projektierung GmbH. Die Abteilung Entwicklung und Konstruktion betreut die BCT Technology AG. Hardware-Partner ist Maxdata. IT-Infrastruktur auf Basis von Windows 2003 und XP besteht aus Exchange-Server für die Kommunikation, Firewall und Proxy-Server, File-Server und einen Plot-Server für den CAD-Bereich.
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